Aufklärung: Lebens-/Rentenversicherung


Ca. 95 Mio. Lebebens- u. Rentenversicherungsverträge haben die Deutschen abgeschlossen - trotz nachfolgender Veröffentlichungen, die JEDER kennen sollte:
Seit 1983 darf der Bund der Versicherten (BdV) behaupten, daß:" Deutsche Lebens- u. Rentenversicherungen ein legaler Betrug sind."? (LG Hamburg AZ 74 047/83)
Es ging hauptsächlich darum, dass die LV-Kunden nicht an den stillen Reserven der Gesellschaften - aus einbezahltem Geld der Kunden - beteiligt waren. Dies war durch die Bilanzierung von z. B. Aktien, Immobilien, anderen Wertpapieren usw. zum Niederstwertprinzip möglich. Da standen Werte in der Bilanz, die ein Minimum von dem waren, was der reale Marktwert war. Aber nur am Minimalwert wurde der Kunde beteiligt!!

01.01.2008, das "renovierte" Versicherungsvertragsgesetz(VVG) tritt in Kraft. Man höre und staune; es hat nur 25 Jahre gedauert, dass nach dem neuen VVG jetzt die LV-Kunden an 90% der stillen Reserven teilhaben sollen. Die Kunden sollten sich trotdem keine falschen Hoffnungen machen davon viel zu sehen. Es gibt schon neue Tricks, um die Gelder wieder am Kunden vorbei zu manövrieren.
Laut neuem VVG sollen die Versicherer ja vor Vertragsabschluß die Kosten offenlegen - ganz besonders die Abschluß- und Verwaltungskosten. Selbst heute (Aug. 2009), also gut 1 1/2 Jahre nach Gesetzesänderung, haben wir noch kein Angebot gesehen, dass auch nur annähernd diese Kosten in - für Kunden - verständlicher Weise offen legt.
Wenn man dann noch Angebote von Gesellschaften sieht, bei denen Abschlußkosten von z. B. 3,75% ausgewiesen sind, man aber genau weiß, dass diese Gesellschaften 5 bis 7% der Beitragssumme nur an Vertriebkosten ausschütten (ist nicht gleichzusetzen mit der Provision, die der Vertreter bekommt), fragt man sich, wozu eigentlich Gesetze gemacht werden! Irgendwie erinnert das an 1983.
BGH-Urteil v. 09.05.2001, AZ IV ZR 121/00 und 138/99  Klauseln zum Abschluss u. zur Beendigung von Lebensversicherungen werden für unwirksam erklärt! Weil für normale Kunden nie ersichtlich war, mit welchen Verlusten eine vorzeitige Kündigung verbunden ist. Der Verlust ist allerdings noch viel größer, wenn er solche Verträge überhaupt bis zum Ende durchführt. Dazu später mehr.


Sehen Sie selbst, wie die Versicherer "mauern" - ein sehr guter Bericht vom ZDF Frontal 21!

Bitte Lautsprecher einschalten!
BVerfG-Urteil v. 26.07.2005 AZ 1 BvR782/94 und 957/96 Geschäftspraxis der Lebensversicherer verfassungswidrig - es ging wieder einmal um die stillen Reserven, was dann endlich 2008 im neuen VVG geändert wurde.

In der "Hochblüte" der Lebensversicherer (60er bis ca. Ende 90er Jahre d. letzten Jahrhunderts) warben Lebensversicherer mit bis zu 7,5% Rendite. Was man dem Kunden nicht sagte, ist, dass diese Rendite den Deckungsstock, also das vom Kunden einbezahlte Geld abzüglich aller Kosten, betraf (gilt auch für den Garantiezins). Also selbst die besten Versicherer mussten froh sein, wenn ein Kunde eine tatsächliche Rendite von 5 % erreichte. Zog man davon noch die offizielle Inflationsrate von gut 3% ab, blieb eine mickrige Rendite - bei den besten Versicherern - von gerade einmal 2% übrig. Nach realer Inflation jedoch nur Verlust.

Früher konnte man einem Kunden sagen, wenn er 25 Jahre in einen solchen Vertrag einspart, dann erhält er am Ende das Doppelte von dem raus, was er einbezahlt hat. Aber: Was nutzt eine Verdoppelung, wenn im gleichen Zeitraum die Kaufkraft des Geldes auf ein Viertel geschrumpft ist??(s. Inflation)

Ein Beispiel: Ein 35-jähriger Mann schließt 1980 eine Lebensversicherung mit 25 Jahren Laufzeit und einem Monatsbeitrag von DM 100,-- ab. Er zahlte also DM 30.000,- ein und bekam 2005 DM 60.000,-, also ca. EUR 30.000,- ausbezahlt! Zu 5% p. a. angelegt, gibt das EUR 1.500,- minus z. B. 28 % Steuern (wenn Freibetrag schon anderweitig ausgeschöfpt ist), bleiben noch EUR 1.080,- geteilt durch 12, ergibt EUR 90,- mtl. Rente - ein Leben lang, ohne dass das Kapital geringer wird. Ob es für die Telefonrechnung dann noch reicht?
Noch ein Beispiel aus den "fetten Jahren" der Lebensversicherer anhand einer Grafik aus dem Spiegel 10/1998, wobei man auch sehr schön sieht, was die bessere Anlageform war und nach wie vor ist:
Woher kommt es, dass man den Ertrag fast mit der Lupe suchen muss?

Die Kosten sind so hoch! Beim besten Anbieter ca. 16 % beim schlechtesten ca. 54 %(map-report29-30/92, sieht heute nicht viel besser aus). Hierbei sind die Kapitalanlagekosten noch nicht berücksichtigt. Anders gesagt, von EUR 100,- , die ein Kunde einbezahlt, gehen nur EUR 84,- bzw 46,- in sein Sparguthaben!!! Aber das weiß er ja nicht!

Wer vor 2000 in Rente ging, konnte sich so etwas "noch leisten", wenn er 45 Jahre in die gesetzl. Rentenversicherung einbezahlt hatte, bekam er noch ca.  70 % seines letzten Nettogehaltes als Rente.
Zukünftige Rentner, also jene, die heute unter 50 Jahre sind, können sich so eine "Altersvorsorge" nicht mehr leisten, wenn sie gerade einmal noch 50 % ihres letzten Nettogehaltes als Rente bekommen. Miete und andere Kosten reduzieren sich nicht um 50 % nur, weil man in Rente geht.

Die neuen Lebens- u. Rentenversicherungsverträge sind noch mickriger als die alten.
Hier ein aktuelles Beispiel (Stand 07/2009) eines namhaften Versicherers für eine Rentenversicherung:

Mann, 35 Jahre, zahlt EUR 100,- mtl. über 25 Jahre - er zahlt also EUR 30.000,- ein:
Angebot: garantierte Auszahlung EUR 31.557,- , inkl. Überschüsse EUR 45.988,- (nicht garantiert!!) - also nicht einmal mehr eine Verdoppelung des einbezahlten Geldes! Abzüglich Steuer auf den halben Ertrag - also EUR 15.988,- durch 2 = EUR 7.994,- minus z. B. 28 % Steuern = EUR 5.755,-. Er erhält also, nicht garantiert, höchstens EUR 43.749,- ausbezalt. Entspricht einer Rendite von 2,86 %, zieht man davon noch die offizielle Inflation von ca. 2,5 % ab, hat er eine sensationelle Rendite von 0,36 % erwirtschaftet! Zieht man aber die wahre Inflation heran, sind die alten, wie die neuen Verträge immer ein Minusgeschäft.
Das größte Risiko bei solchen Verträgen ist der Kunde selbst:

Keine 40 % aller abgeschlossenen Verträge erreichen das vereinbarte Laufzeitende, gut 30 % werden schon innerhalb der ersten 5 Jahre wieder gekündigt - mit erheblichen Verlusten. Anders ausgedrückt; 60 % aller Lebensversicherungskunden machen einen garantierten Verlust! Dass sich über Laufzeiten von 25, 30 oder 40 Jahren Lebenssituationen ändern können, ist sogar vielen Kunden bewußt. Ihre Bedenken werden aber mit fragwürdigen Argumenten, wie Beitragsfreistellung und Policendarlehen (fürs eigene Geld noch Zinsen zahlen) entkräftet. Dass dem Kunden bei vorzeitiger Kündigung aber enorme Verluste entstehen, wird meist verschwiegen.
Die sicherste Altersvorsorge?
Spätestens seit 2003, dem Untergang der Mannheimer Lebensversicherung, weiß man, dass auch Lebensversicherungen zahlungsunfähig werden können. Schnell wurde eine Auffanggesellschaft namens Protector AG gegründet, die die Verträge der Mannheimer übernahm und weiterführt. Protector wird finanziert von allen Lebensversicherungskunden mit Teilen  ihrer Beiträge. 2004 wurde das dann offiziell zum Sicherungsfonds für Lebensversicherungen gesetzlich geregelt. Seit dem sind einige weitere Lebensversicherungen "in Schwierigkeiten" geraten, die aber durch Übernahmen anderer Versicherer nie richtig bekannt wurden. Der Sicherungsfonds(Protector) bietet aber keinen realen Schutz, genau so wenig, wie der Einlagensicherungsfonds der Banken. Die vorhandenen Mittel sind viel zu gering um auch nur den Untergang einer mittelgroßen Lebensversicherung abzufangen.

Die Schwierigkeiten der Lebensversicherer begannen Mitte bis Ende der 1990er Jahre, als die Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren immer weniger einbrachten, was sich in den nächsten Jahren noch verschärft. Da kam der Börsencrash von 2000 sehr gelegen und wurde zum Sündenbock gemacht, obwohl die Lebensversicherer im Branchendurchschnitt damals gerade einmal mit ca. 18% des Anlagevolumens in Aktien investiert waren. Lebensversicherer dürfen per Gesetz nicht mehr als 35% in Aktien halten, was aber keine Gesellschaft je gemacht hat. Dadurch, dass deutsche Lebensversicherer den größten Teil in festverzinslichen Anlagen investieren, die heute kaum noch Rendite erwirtschaften, haben einige Gesellschaften schon Schwierigkeiten, ihre Altverträge mit einem Garantiezins von 3,5 bzw. 4%  zu bedienen. Einige haben das Neugeschäft bereits eingestellt. Wichtig: Kaum ein Lebensversicherungskunde weiss, dass Lebensversicherer auch weniger auszahlen dürfen als den Garantiezins, oder auch gar nichts nach Anweisung der BaFin, wenn sich das Unternehmen in Schieflage befindet!  Näheres steht im § 89 VAG hier als PDF  Dazu auch hier als PDF ein guter Kommentar von www.wissensmanufaktur.net Auch gut ausgeführt hier als Video vom Alpenparlament.tv

An diesem Beispiel sieht man wohl sehr deutlich, wie die Kunden manipuliert werden. Sollte aufgrund der immensen Staatsverschuldung eine langjährige hohe Inflationsrate, eine Währungsreform oder gar ein Staatsbankrott kommen, ist die sogenannte sicherste Altersvorsorge nur noch ein wertloses Stück Papier!

Selbst die normalen Medien haben vielfach über dieses Thema berichtet. Sehen Sie selbst:


                                                               Bitte Lautsprecher einschalten!
                                     Titania 1                                                                                                       Titania 2
Fazit: Die Lebens- oder Rentenversicherung war noch nie das beste oder sicherste Altersvorsorgeprodukt. Wer das immer noch bezweifelt, sollte einmal jemanden fragen, der nach 25 oder 30 Jahren einen Vertrag ausbezahlt bekommen hat, was er sich dafür hat tatsächlich noch leisten können.

Trotzdem haben tausende Versicherungskunden im Jahr 2008 insgesamt 12,4 Mrd. Euro an Auszahlungen aus abgelaufenen Versicherungsverträgen als Einmalbeiträge in sogenannte sofort beginnende Rentenversicherungen angelegt. Aus Unwissenheit? Aus Mangel an Alternativen? Oder weil die Versicherungsvertreter so schöne Versprechungen machen?
Eine Alternative, die jede Hyperinflation, Währungsreform oder auch Staatsbankrott überlebt: Solarstromrente


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07/1994 06/2000 4,0
07/2000 2003 3,25
2004 2006 2,75
2007 2011 2,25
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Jahr Überschusszins
p. a.
1999 7,2
2000 7,2
2001 7,1
2002 6,2
2003 4,8
2004 4,3
2005 4,3
2006 4,2
2007 4,3
2008 4,4
2009 4,3
2010 4,2
2011 4,0
Durchschnittliche Überschussbeteiligung im freien Fall                         
Quelle: GDV                         
Quelle: Morgen & Morgen GmbH                      

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